Badsanierung in einer Gründerzeitvilla

Vom Whirlpool im Weg zum großzügigen Familienbad

Wie in einer Villa aus dem Jahr 1900 trotz Holzbalkendecke eine bodengleiche Dusche, unsichtbare Wärme und eine vollkommen neue Raumwirkung entstanden.

Das Badezimmer war groß. Und trotzdem stand ständig etwas im Weg. Ein diagonal in der Raummitte platzierter Whirlpool bestimmte nicht nur die Optik, sondern auch sämtliche Laufwege. Als ein Wasserschaden die Sanierung notwendig machte, nutzte die Familie die Gelegenheit, den rund 16 Quadratmeter großen Raum vollständig neu zu denken.

Ein großes Bad, das trotzdem im Weg stand

Das ursprüngliche Badezimmer stammte im Wesentlichen aus den 1980er-Jahren. In der Mitte des Raumes stand ein großer Whirlpool, eingefasst von dunkelblauen Fliesen. Rundherum gruppierten sich zwei Waschplätze, Schränke, ein WC und weitere Einbauten.

Obwohl viel Fläche vorhanden war, fühlte sich das Bad kleinteilig und unpraktisch an. Wer sich durch den Raum bewegte, musste zwangsläufig um die Badewanne herumlaufen. Für eine Familie mit mehreren Kindern passte diese Aufteilung nicht mehr zum Alltag.

Die Wanne wurde kaum genutzt, nahm aber einen erheblichen Teil des Raumes ein. Statt nur einzelne Sanitärobjekte auszutauschen, sollte deshalb der gesamte Grundriss neu geordnet werden.

Mit dem Rückbau des Whirlpools wurde die Mitte des Badezimmers frei. Die neuen Funktionsbereiche konnten entlang der Wände und Vorwände angeordnet werden. Dadurch entstand schon in der Planung eine deutlich offenere Raumwirkung.

Komplett entkernt: Die Villa zeigt ihre Substanz

Auslöser der Sanierung war ein Wasserschaden, der zunächst nur in einer Ecke des Badezimmers sichtbar war. Beim Öffnen der Konstruktion zeigte sich jedoch, dass eine oberflächliche Renovierung nicht ausreichen würde.

Die vorhandenen Wandaufbauten boten keinen ausreichend tragfähigen Untergrund für den Neuaufbau. Deshalb wurden die Wände vollständig bis auf das historische Mauerwerk zurückgebaut.

Zum Vorschein kamen die Ziegelwände der um 1900 errichteten Gründerzeitvilla und eine Deckenkonstruktion, die für die weitere Planung entscheidend werden sollte: Unter dem Badezimmer befand sich keine massive Betondecke, sondern eine alte Holzbalkendecke mit Dielung.

Bodengleiche Dusche trotz Holzbalkendecke

Die offene Dusche sollte zum zentralen Element des neuen Badezimmers werden: großzügig, begehbar und ohne Duschtasse oder sichtbare Schwelle. Unter den gegebenen baulichen Voraussetzungen war das jedoch keine Standardlösung.

Für Entwässerung, Gefälle und Bodenaufbau stand nur wenig Höhe zur Verfügung. Gleichzeitig durfte die historische Balkenkonstruktion nicht beliebig verändert werden.

Im zukünftigen Duschbereich wurde der alte Boden deshalb gezielt geöffnet. Zwischen zwei vorhandenen Deckenbalken entstand Platz für die Linienentwässerung BLANKE FLEX-LINE in gebürstetem Edelstahl.

Mithilfe eines speziellen Einhangblechs ließ sich der Rinnenkörper direkt zwischen den Balken positionieren. Auf einer Konstruktion aus Siebdruckplatten wurde anschließend ein exakt angepasster Gefällebereich hergestellt. Die Entwässerung konnte seitlich aus dem Duschbereich herausgeführt werden.

Statt zusätzliche Höhe oberhalb der historischen Decke aufzubauen, wurde der vorhandene Zwischenraum der Balkenkonstruktion genutzt. Die geringe Aufbauhöhe der FLEX-LINE war damit ein wesentlicher Baustein für die gewünschte bodengleiche Lösung.

Im fertigen Badezimmer tritt die technische Konstruktion optisch in den Hintergrund. Sichtbar bleibt eine schmale Edelstahlrinne, die sich zurückhaltend in die Fläche der großformatigen Fliesen einfügt.

Unsichtbare Wärme für Boden, Dusche und Handtücher

Das neue Badezimmer sollte ohne klassischen Heizkörper auskommen. Ein sichtbarer Heizkörper hätte wertvolle Wandfläche beansprucht und die ruhige Gestaltung des Raumes unterbrochen.

Stattdessen wurde die Wärme auf Boden und Wandflächen verteilt. Im gesamten Raum kam die wassergeführte Fußbodenheizung BLANKE PERMATOP SF 14 zum Einsatz.

Mit einer Aufbauhöhe von lediglich 21 Millimetern eignet sich das System besonders für Sanierungen, bei denen nur wenig zusätzliche Höhe zur Verfügung steht. Trotz der Raumgröße von rund 16 Quadratmetern konnten ausreichend dimensionierte Heizkreise angelegt werden.

Die Heizrohre liegen nah an der Oberfläche und werden in eine Vergussmasse eingebettet. Dadurch reagiert das System schnell und gibt die Wärme gleichmäßig über den Boden ab.

„Gerade die Kinder laufen im Badezimmer eigentlich nur barfuß. Besonders im Winter haben wir gemerkt, wie komfortabel die Fußbodenheizung ist.“

Zusätzliche Wärme wurde unmittelbar in die Dusche integriert. Hinter den Fliesen befindet sich dort die elektrische Flächenheizung BLANKE ELOTOP CARBON.

Die Heizfolie wird direkt in den Fliesenkleber eingebettet und liegt dadurch nah an der Oberfläche. Auch Ausschnitte für Armaturen und Leitungen konnten in die Heizfläche integriert werden.

Die beheizten Wandflächen erhöhen nicht nur den Komfort beim Duschen. Sie unterstützen auch das schnellere Abtrocknen der Fliesen und Fugen. Das ist besonders angenehm, wenn mehrere Familienmitglieder nacheinander duschen.

Der Handtuchheizkörper, den man nicht sieht

Eine weitere Heizfläche befindet sich hinter den Handtuchhaltern. In Verbindung mit BLANKE HASTA entstand ein unsichtbarer Handtuchheizkörper.

Die Wärme kommt aus der gefliesten Wandfläche und temperiert die davor aufgehängten Handtücher. Sichtbar bleiben lediglich die schlanken Handtuchhalter. Ein zusätzlicher Heizkörper mit Rohrleitungen und schwer zu reinigenden Zwischenräumen ist nicht erforderlich.

Dusch- und Handtuchheizung lassen sich getrennt regeln. So kann die Wärme gezielt dort genutzt werden, wo sie gerade gebraucht wird.

Was später niemand sieht: die sichere Abdichtung

Bei einer bodengleichen Dusche auf einer Holzbalkendecke kommt es nicht nur auf die sichtbare Entwässerung an. Entscheidend ist vor allem die Ebene unterhalb der Fliesen.

Fliesen und Fugen allein bilden keine vollständig wasserdichte Konstruktion. Gelangt Feuchtigkeit in den Untergrund, können Schäden über lange Zeit unbemerkt bleiben. Gerade bei einer historischen Holzkonstruktion muss das zuverlässig verhindert werden.

Deshalb wurde der Duschbereich mit BLANKE DIBA NEXT abgedichtet und in die durchgängige Abdichtung des Badezimmers eingebunden. Die Bahnen wurden über Boden und Wände geführt und an allen Übergängen sorgfältig miteinander verbunden.

Besondere Aufmerksamkeit galt den Ecken, Rohrdurchführungen sowie dem Anschluss an die Entwässerungsrinne. Erst das abgestimmte Zusammenspiel dieser Details schafft eine sichere Grundlage für den späteren Fliesenbelag.

Im fertigen Badezimmer ist von dieser technischen Ebene nichts mehr zu sehen. Genau darin liegt ihre Aufgabe: Sie schützt dauerhaft, ohne die Gestaltung zu beeinflussen.

Ton in Ton: Details für ein ruhiges Gesamtbild

Die neue Großzügigkeit des Badezimmers entsteht durch den veränderten Grundriss. Seine ruhige Wirkung erhält der Raum jedoch durch die konsequente Gestaltung der Flächen, Kanten und Übergänge.

Großformatige Fliesen in einem warmen Grau-Beige-Ton ziehen sich über Boden, Wände und Vorwände. Die Profile der BLANKE NEW YORK EDITION greifen diesen Farbton auf. Statt harte metallische Kontraste zu erzeugen, fügen sich die Abschlüsse Ton in Ton in das Gesamtbild ein.

Saubere Ecken in der Dusche

Im Eckbereich der Dusche wurde BLANKE ECKBERT in Greige eingesetzt. Das Profil lässt sich auch bei den schmalen, etwa zwei Millimeter breiten Fugen der Großformate präzise integrieren.

Die empfindliche Fliesenkante wird geschützt, ohne die durchgängige Wirkung der Fläche zu unterbrechen.

Klare Linien an Vorwänden und Nischen

An den Vorwänden des WC-Bereichs sowie rund um die integrierte Ablagenische kam BLANKE CUBELINE in Greige zum Einsatz. Das quadratische Profil fasst die Bauteile klar ein und unterstützt ihre geradlinige Geometrie.

Die halbhohe Vorwand trennt den WC-Bereich dezent vom übrigen Raum. Gleichzeitig schafft sie zusätzliche Ablagefläche, ohne das Badezimmer durch eine geschlossene Wand zu verkleinern.

Einheitliche Abschlüsse bis zur Sockelleiste

Auch an den Sockelleisten setzt sich das Farbkonzept fort. Dort bildet die BLANKE FLIESENABSCHLUSSSCHIENE in Greige einen sauberen Übergang zwischen Fliesenbelag und Wand.

Keines der Profile drängt sich in den Vordergrund. Gemeinsam sorgen die Details jedoch dafür, dass das Badezimmer wie aus einem Guss wirkt.

Ein Familienbad, das endlich zu seiner Größe passt

Vor der Sanierung war das Badezimmer groß, ohne großzügig zu wirken. Heute nutzt die Familie nahezu jeden Bereich des Raumes.

Die ehemals dominante Badewanne ist verschwunden. An ihre Stelle trat eine offene, bodengleiche Dusche, die zum Mittelpunkt des Familienalltags geworden ist. Die freie Raummitte schafft Bewegungsfreiheit, während Vorwände und Ablagen die einzelnen Bereiche funktional gliedern.

„Wir lieben alle die begehbare Dusche. Manchmal duschen auch zwei Kinder gleichzeitig, weil sie wirklich so großzügig ist.“

Auch die Technik tritt zurück. Die Wärme kommt aus dem Boden und den Wänden, die Entwässerung ist flächenbündig integriert und die Profile verschmelzen farblich mit den Fliesen.

So entstand aus einem kleinteiligen Achtzigerjahre-Bad ein zeitgemäßer Familienraum, der den Charakter der alten Villa respektiert und den vorhandenen Platz endlich sinnvoll nutzt.

Die besondere Qualität der Sanierung liegt nicht in einem einzelnen Element. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von neuer Raumaufteilung, sorgfältig geplanter Konstruktion und Technik, die genau dort arbeitet, wo sie gebraucht wird.