Kühlen mit der Fußbodenheizung: So bleiben Räume auch im Sommer angenehm
Wassergeführte Fußbodenheizungen sorgen nicht nur im Winter für angenehme Wärme. Mit einer geeigneten Wärmepumpe oder einem anderen Kaltwassererzeuger können sie im Sommer auch Wärme aus den Räumen aufnehmen. So entsteht eine gleichmäßige, nahezu geräuschlose Temperierung ohne direkt eingeblasene Kaltluft.
Wenn die Sommer heißer werden, muss auch das Gebäude mehr können
Sommerliche Hitzewellen sind längst keine seltene Ausnahme mehr. Heiße Tage treten in Deutschland häufiger auf und können länger anhalten. Klimaprojektionen zeigen, dass die Hitzebelastung in den kommenden Jahrzehnten weiter zunehmen kann.
Gebäude müssen deshalb künftig nicht nur im Winter vor Kälte schützen. Sie sollten auch darauf vorbereitet sein, sich während längerer Hitzeperioden nicht übermäßig aufzuheizen. Das gilt für Neubauten ebenso wie für bestehende Wohnhäuser.
Wer sein Eigenheim energetisch saniert, die Heizung auf eine Wärmepumpe umstellt oder eine neue Fußbodenheizung einbauen lässt, kann die sommerliche Kühlung direkt mitdenken. Denn wassergeführte Flächenheizsysteme können mehr als heizen: Mit der passenden Anlagentechnik lassen sie sich im Sommer auch zur angenehmen Temperierung der Räume nutzen.
Kann eine Fußbodenheizung wirklich kühlen?
Ja. Bei einer wassergeführten Fußbodenheizung fließt im Winter warmes Wasser durch die im Boden verlegten Rohre. Im Sommer kann derselbe Kreislauf mit kühlerem Wasser betrieben werden.
Dadurch wird der Fußboden nicht eiskalt. Seine Oberfläche wird lediglich leicht temperiert und nimmt Wärme aus dem Raum auf. Diese Wärme wird anschließend aus dem Gebäude abgeführt.
Ein zusätzliches Rohrsystem ist dafür nicht erforderlich. Dieselbe Fläche, die im Winter Wärme an den Raum abgibt, kann im Sommer dazu beitragen, die Raumtemperatur auf einem angenehmeren Niveau zu halten.
Sanfte Flächenkühlung statt kaltem Luftstrom
Eine Bodenkühlung fühlt sich anders an als eine klassische Klimaanlage. Sie bläst keine kalte Luft in den Raum, sondern nimmt Wärme über eine große Bodenfläche auf.
Dadurch verteilt sich die Kühlwirkung gleichmäßig. Im Raum selbst ist kein Gebläse erforderlich. Es entstehen weder ein direkter kalter Luftstrom noch dauerhafte Ventilatorgeräusche.
Die Flächenkühlung ist nicht auf eine möglichst schnelle und starke Abkühlung ausgerichtet. Ihre Stärke liegt in der kontinuierlichen Temperierung. Sie kann sommerliche Temperaturspitzen begrenzen und dafür sorgen, dass sich Wohnräume, Schlafzimmer oder Arbeitsbereiche auch an heißen Tagen angenehmer anfühlen.
Der Boden bleibt dabei komfortabel begehbar und fühlt sich normalerweise nur leicht kühl an. Eine fachgerecht eingestellte Fußbodenkühlung soll keinen unangenehm kalten Boden erzeugen, sondern Wärme möglichst gleichmäßig aus dem Raum aufnehmen.
Welche Rolle spielt die Wärmepumpe?
Damit die Fußbodenheizung kühlen kann, muss kühleres Wasser für das Rohrsystem bereitgestellt werden. Diese Aufgabe kann beispielsweise eine geeignete Wärmepumpe übernehmen.
Bei der passiven Kühlung wird die niedrigere Temperatur des Erdreichs oder des Grundwassers genutzt. Bei der aktiven Kühlung transportiert eine reversible Wärmepumpe Wärme aus dem Gebäude nach außen.
Für Hauseigentümer ist vor allem entscheidend, dass das gewählte Gerät eine Kühlfunktion unterstützt. Nicht jede Wärmepumpe kann automatisch heizen und kühlen. Welche Variante für ein Gebäude geeignet ist, wird im Rahmen der Heizungsplanung geprüft.
Nicht nur für den Neubau interessant
Bei einem Neubau lassen sich Wärmepumpe, Flächenheizung, Sonnenschutz und Gebäudehülle von Anfang an aufeinander abstimmen. Doch auch bei einer energetischen Sanierung bietet sich die Möglichkeit, Heizen und Kühlen miteinander zu verbinden.
Wird eine ältere Heizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, werden häufig gleichzeitig die Dämmung verbessert, Fenster erneuert oder Wohnräume modernisiert. In diesem Zuge kann geprüft werden, ob eine wassergeführte Flächenheizung eingebaut oder eine bereits vorhandene Fußbodenheizung künftig auch zum Kühlen genutzt werden kann.
Gerade bei Bestandsgebäuden spielen eine niedrige Aufbauhöhe und ein geringes zusätzliches Gewicht eine wichtige Rolle. Dünnschichtige Flächenheizsysteme können je nach Untergrund auf vorhandenen Bodenkonstruktionen aufgebaut werden. Trockenbausysteme kommen ohne klassischen Heizestrich aus und können dadurch ebenfalls für Renovierungen interessant sein.
Ob eine bestehende Fußbodenheizung nachträglich zum Kühlen geeignet ist, muss im Einzelfall geprüft werden. Häufig lässt sich die Möglichkeit jedoch sinnvoll berücksichtigen, wenn ohnehin eine Heizungsmodernisierung geplant ist.
Die Flächenkühlung ist Teil des sommerlichen Wärmeschutzes
Eine Flächenkühlung wirkt besonders gut, wenn möglichst wenig Hitze in das Gebäude gelangt. Sie sollte deshalb als Teil eines Gesamtkonzepts betrachtet werden.
Außen liegende Rollläden, Raffstores oder Markisen können Sonneneinstrahlung abfangen, bevor sich Fenster und Innenräume stark aufheizen. In den kühleren Nacht- und Morgenstunden kann intensives Lüften dazu beitragen, gespeicherte Wärme aus dem Gebäude zu führen.
Auch eine energetisch verbesserte Gebäudehülle ist im Sommer von Vorteil. Eine gute Dämmung bremst nicht nur im Winter den Wärmeverlust, sondern kann auch den Wärmeeintrag von außen verlangsamen.
Je geringer die sommerlichen Wärmeeinträge sind, desto besser kann die Fußbodenkühlung dazu beitragen, die Raumtemperatur auf einem angenehmen Niveau zu halten.
Was ist bei Feuchtigkeit und Taupunkt zu beachten?
Eine gekühlte Bodenfläche darf nicht so kalt werden, dass sich darauf Feuchtigkeit bildet. Dieses Prinzip kennt man von einem kalten Getränkeglas, an dessen Außenseite sich bei warmer Luft kleine Wassertropfen sammeln.
Um dieses Risiko zu begrenzen, empfehlen wir, die Kühlwassertemperatur nicht unter 17 Grad Celsius abzusenken. Dieser Wert dient als praxisnahe Orientierung.
Da die kritische Temperatur auch von der aktuellen Raumtemperatur und der Luftfeuchtigkeit abhängt, muss die Anlage fachgerecht geplant und eingestellt werden.
Heizen und kühlen mit BLANKE PERMATOP
Die wassergeführten Systeme der BLANKE PERMATOP Familie sind für das Heizen und Kühlen von Boden- beziehungsweise Wandflächen vorgesehen. Je nach Bauvorhaben stehen unterschiedliche Lösungen für Neubau, Sanierung, Nass- und Trockenbau zur Verfügung.
Für geringe Aufbauhöhen
Dünnschichtige Sanierungssysteme
Besonders geeignet für Renovierungen und Bestandsgebäude, bei denen nur wenig zusätzliche Bodenhöhe zur Verfügung steht.
Für Neubau und Sanierung
Dünnschichtige Nasssysteme
Unterschiedliche Aufbauten ermöglichen eine Anpassung an Anforderungen wie Aufbauhöhe, Wärmedämmung und Trittschallschutz.
Ohne klassischen Heizestrich
Trockenbausysteme
Geeignet für kurze Bauzeiten, begrenzte Aufbauhöhen und Projekte, bei denen das zusätzliche Flächengewicht eine wichtige Rolle spielt.
Zusätzliche Flächen nutzen
Wandheizung und Wandkühlung
Die Wandlösung ergänzt die temperierbare Fläche und kann besonders interessant sein, wenn nur ein Teil des Bodens frei zur Verfügung steht.
Welche Lösung passt? Entscheidend sind unter anderem die vorhandene Bodenkonstruktion, die verfügbare Aufbauhöhe, die Dämmung und der gewünschte Bodenbelag.
Welcher Bodenbelag eignet sich für die Fußbodenkühlung?
Der Bodenbelag beeinflusst, wie gut die Wärme aus dem Raum von der gekühlten Fläche aufgenommen werden kann.
Besonders geeignet
Fliesen und Naturstein übertragen Wärme besonders gut und bieten sehr gute Voraussetzungen für die Flächenkühlung.
Gut einsetzbar
Geeignete Vinyl- und LVT-Beläge können eingesetzt werden, wenn sie für den Heiz- und Kühlbetrieb freigegeben sind.
Genauer prüfen
Parkett und Teppich bremsen den Wärmeaustausch stärker und sind deshalb für die Kühlung weniger ideal.
Häufige Fragen zur Bodenkühlung
Wird der Boden beim Kühlen unangenehm kalt?
Nein. Der Boden wird nur leicht temperiert und soll Wärme aus dem Raum aufnehmen. Eine fachgerecht eingestellte Fußbodenkühlung erzeugt keine eisig kalte Oberfläche.
Kann jede Wärmepumpe kühlen?
Nicht jedes Gerät besitzt eine Kühlfunktion. Bei einer Sanierung oder einem Neukauf sollte dies bei der Planung gezielt geprüft werden.
Kann eine Fußbodenkühlung nachgerüstet werden?
Grundsätzlich ja. Bei einer vorhandenen Fußbodenheizung muss geprüft werden, ob die Wärmepumpe und die Regelung den Kühlbetrieb unterstützen.
Reicht eine Fußbodenkühlung bei einer Hitzewelle aus?
Das hängt vom Gebäude ab. Verschattung, Dämmung, Fensterflächen und die Nutzung der Räume beeinflussen den Kühlbedarf. In gut geschützten Gebäuden kann die Flächenkühlung sommerliche Temperaturspitzen deutlich abmildern. Bei sehr hohen Wärmeeinträgen können ergänzende Maßnahmen sinnvoll sein.
Funktioniert die Kühlung auch mit Vinyl oder Parkett?
Geeignete Vinyl- und LVT-Beläge können gut mit einer Fußbodenkühlung kombiniert werden. Parkett ist ebenfalls möglich, bietet aufgrund seines meist höheren Wärmedurchlasswiderstands jedoch weniger günstige Voraussetzungen. In jedem Fall ist die Freigabe des Belagherstellers erforderlich.
Welche PERMATOP Lösung passt zu Ihrem Zuhause?
Ob Neubau, energetische Sanierung, niedrige Aufbauhöhe oder Trockenbau: BLANKE unterstützt Sie bei der Auswahl eines geeigneten Flächenheiz- und Kühlsystems.
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